Montag, 3. märz 2008


Kleine Schritte, die Hände in der Hosentasche, der Blick auf den Boden gesenkt. So schlendert Tom über den endlos scheinenden Feldweg. Nur selten hebt er seinen Kopf um zu schauen wo er eigentlich gerade genau lang läuft. Was er dabei jedes Mal feststellen muss, ist, dass er in die ewige Weite läuft, kein Ziel vor Augen.

Sein immer länger dauernder Spaziergang spiegelt Toms aktuelle Situation wieder.

„Wieso muss das alles sein?“, sagt er leise während er an dem Geländer der Brücke lehnt. „Es könnte alles so wunderbar sein.“, fügt er noch hinzu.

Tom genießt die Ruhe, mal keine Stimmen zu hören. Was er hört ist das leise rauschen des Baches der genau unter ihm verläuft. „Vergessen wäre wohl das Beste.“, denkt Tom während er sich über das Geländer lehnt um etwas näher am Wasser zu sein. Seine Gedanken fixieren sich auf den Begriff „Vergessen“.

„Kann man Menschen oder Dinge vergessen, die einem wichtig sind?“, fragt sich Tom, nachdem er einen Stein vom mit Laub bedeckten Boden aufgehoben hat.

„Sollte man sich dafür hassen, dass man vergibt und Chancen gewährt?“, fragt sich Tom weiter. Mit einer kurzen Handbewegung lässt er den Stein von der Brücke in das nicht allzu tiefe Wasser fallen und versenkt somit die Gedanken.

„Nein, dafür sollte man sich nicht hassen.“, sagt Tom laut, bevor er seine Hände wieder in die Hosentasche gleiten lässt und den Blick auf den Boden senkt. Es ist ein langer Weg den er noch vor sich hat.  

von Tobi
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Freitag, 29. februar 2008

 

Durch das kitzeln an der Nase wird Tom so langsam wach. Die Sonnenstrahlen die durch den nicht ganz geschlossenen Rollladen scheinen, sammeln sich in seinem Gesicht. Es ist genau das Gefühl, was er so lange vermisst hatte. Noch leicht verschlafen steht er auf, schüttelt seine Bettdecke und zieht den Rollladen hoch.

Die Sonnenstrahlen erhellen nun das ganze Zimmer. Tom öffnet das Fenster und steckt voller Vorfreunde den Kopf aus dem Fenster. Er sieht den noch vom Tau leicht feuchten Rasen, die Sonne wie sie gerade den Tag erblickt sowie den großen Garten seiner Großeltern in dem gerade eine Katze mit einem Grashalm spielt. Was für Tom in diesem Moment so erschreckend ist, ist, dass sich bei ihm nicht das Gefühl einstellt was er kennt. Das Gefühl der Freunde, der Spannung und des Entdeckens.

Leicht genickt schließt Tom das Fenster, beseitigt die Falten auf seiner Bettdecke und geht die knarrende Treppe hinunter. In der Küche angekommen findet er einen Brotkorb mit 3 aufgebackenen Brötchen vor. Auf dem Tisch, seine zwei Lieblingssorten der Fruchtmarmelade sowie eine Tasse Himbeertee.

„Das ist Urlaub.“, sagt Tom leise. Es ist niemand da, der es hören könnte.

Seit 3 Tagen macht Tom Urlaub bei seinen Großeltern. Der Ort, an den er sich so gerne zurückerinnert. Die aufregenden Abenteuer im großen Garten, die Schaukel und auch die Sonne die beim aufwachen in sein Zimmer scheint sowie das feuchte Gras. Während Tom so einige Sachen durch den Kopf gehen, öffnet sich die Küchentür und seine Großmutter steht im Raum. „Guten Morgen Tom. Hast du gut geschlafen?“, fragt ihn seine Großmutter Hanna. „Ja, habe ich. Danke für die Brötchen.“, antwortet Tom. „Das ist doch selbstverständlich.“

„Weißt du Oma, es ist nicht mehr wie früher.“, sagt Tom plötzlich. „Was ist nicht mehr wie früher mein Junge?“, möchte Hanna wissen.

„Nichts ist mehr wie früher. Ich stehe morgens auf, freue mich auf die Sonne und bin gespannt auf die Abenteuer in euerm großen Garten. Was ich aber feststellen muss, ist, dass es keine Abenteuer mehr gibt. Es ist schwer zu erklären Oma.“, versuchte Tom seiner Großmutter Hanna zu schildern.

„Du wirst erwachsen mein Junge.“, sagte Hanna und strich ihrem Enkel durch das Haar. „Als Kind sieht man die Dinge alle etwas anders. Als Erwachsener kennt man diese Dinge schon. Man versteht wieso die Sonne scheint, man weiß wieso das Gras früh am morgen feucht ist. Das nimmt einem die Spannung. Was aber wichtig ist, mein Junge, die erinnerst dich an diese Momente von früher. Zeigt uns das nicht, dass wir in uns Kind geblieben sind?“, fügte Toms Großmutter noch hinzu bevor sie langsam die Küche verlässt und ihrem Mann im Garten bei der Kartoffelernte hilft.

Tom sitzt nun wieder alleine in der Küche und kaut auf dem letzten Stück seines Brötchens. „Sie hat wohl recht, sie hat wohl recht.“, spricht Tom laut in den Raum, steht auf und folgt seiner Großmutter….

 

von Tobi
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